Klosterruine

Das Wahrzeichen von Rüeggisberg ist seine Klosterruine. Aber die Ruine lebt: Von Pfingsten bis September findet in der Klosterruine monatlich ein Gottesdienst statt. Im Sommer wird in der Ruine auch Theater gespielt, musiziert und getanzt: der Klostersommer ist zu einem Ereignis geworden, das weit über die Region hinaus ausstrahlt. Alljährlich beherbergt das Kloster die Klosterskulpturenausstellung und das Gantrisch Kulturforum. Und am letzten Samstag im November findet in den Mauern des Klosters vor malerischer Kulisse der Adventsmärit statt.

 

Beliebt ist der Ort auch für Hochzeitsapéros. Die Ruine kann bei der Gemeindeverwaltung Rüeggisberg reserviert werden. Unzählige Pilger besuchen diesen uralten Kraftort. Bewohnt wird die Ruine heute aber nur noch im Sommer: von einer grossen Schar von Mauerseglern. 

 

Angefangen hat das Kloster nicht als Ruine, sondern als Grossbaustelle der Cluniazensermönche: Die Gründung geht aufs Jahr 1072 zurück. Der Landadelige Lütolf von Rümligen schenkte damals den Cluniazensern grosse Ländereien zum Bau eines Klosters in Rüeggisberg. Rund 100 Jahre wurde an der mächtigen Klosterkirche gebaut.  

 

Zur Zeit des Münsterbaus in Bern, im Jahr 1484, wurde das Kloster dem Berner Vinzenz-Stift einverleibt. Die Einkünfte aus den riesigen Ländereien flossen fortan nicht mehr nach Rüeggisberg, sondern in den Münsterbau: Das gab dem Kloster in Rüeggisberg den Rest. Schon vor der Reformation stand es leer. Nach dem Dorfbrand von 1532, im Jahr 1541, beschloss der Berner Rat den Abbruch des Klosters. Es diente beim Wiederaufbau von Dorf und Kirche als «Steinbruch». 

 

Die Ruine wurde von 1938-1947 und von 1988-1992 aufwendig restauriert. Einen Einblick in die Geschichte gibt das kleine Museum bei der Ruine. Es ist immer geöffnet.

 

Auf der Gemeindeverwaltung und beim Pfarramt ist folgende  Broschüre erhältlich:

  • Das Cluniazenserpriorat Rüeggisberg, kleiner Führer duch den Bau und die Geschichte, zusammengestellt von Fritz Guggisberg, 2006/07.